Der Hornist Camillo Bellonci dürften selbst gut informierten Musikliebhaber nur wengi geläufig sein. Bekannt ist er eigentlich nur durch seine "Sonate pour Pianoforte et Cor", welche er mit dem Pianisten Maximilian Joseph Leidesdorf (1787 - 1840) zusammen veröffentlichte. Leidesdorf, ein begnadeter Pianist und erfolgreicher Komponist hatte zwischen 1822 - 1827 einen Musikverlag in Wien mit Ignaz Sauer, ab 1827 besaß er diesen allein. In diesem Verlag wurde das Werk um 1822 veröffentlicht, jedoch schon 1818 erstmals aufgeführt.

Hornstimme der Sonate von Bellonci

Um 1980 veröffentlichte Hans Pizka diese Sonate neu und es unterlief ihm ein nachhaltiger Fehler. Er fand in "Ziegler's Addressen-Buch von Tonkünstlern" von 1822 einen Eintrag zu Bellonci, welcher mit "Camilla" gedruckt wurde. Daraus schloss Pizka falsch, das es sich um eine weibliche Hornistin handeln musste. Der Eintrag lautete in seinem Hornisten-Lexikon ebenso.

Es scheint sich jedoch bei Ziegler um einen profanen Druckfehler zu handeln.

Bellonci, welcher um 1781 in Italien zur Welt kam und seine Ausbildung in Frankreich und Deutschland hatte, wird in der Literatur mit sehr unterschiedlichen Schreibweisen nachgewiesen.

 

 1811 ist dies wohl zum ersten Mal, als er bei den Hochzeitsfeierlichkeiten der Tochter des Fürsten Lobkowitz im böhmischen Raudnitz genannt wird. Dort allerdings als Belouci aus Italien, immerhin namentlich, er scheint schon eine gewisse Popularität gehabt zu haben.

 

1813 nennt ihn die "Wiener allgemeine musikalische Zeitung". Es spielte in der Cavantine des Saul aus der Oper "David" von Liderati das obligate Waldhorn. Dort wird er als Bellungi und Belungi zweimal genannt

Im April 1818 berichtet die "Allgemeine musikalische Zeitung" von einem Konzert am 25. März im Hoftheater am Kärntnertor. Dort führte Herr Bellonci die oben genannte Sonate zusammen mit dem Pianisten J. Preisinger mit Erfolg auf.

Das Werk scheint gefallen zu haben, die AMZ erwähnt das Konzert im Mai 1818 noch einmal und dass die Sonate den meisten Beifall gefunden hätte.

Das schon genannte Adressen-Buch von Ziegler nennt 1822 Bellonci als Hornisten am Kärntnerthortheater und Hofballorchester. 1823 scheint Bellonci wieder nach Italien verzogen zu sein. Seine Bekanntheit muss beachtlich gewesen sein. 1842 wird im Supplement-Band von Schillings Musiklexikon er genannt:

1849 ist in Gassner Universal-Lexikon er Tonkünste dieser Eintrag übernommen worden:

 

und noch 1869 wird er in der Geschichte des Concertwesens von Wien von Eduard Hanslick genannt, hier als Bellunghi:

 

2003 veröffentlichte Theodore Albrecht - Professor, Musicology, Kent State University - seine Forschung über Bellonci und konnte um 1820 Bellonci in Wien unter der Adresse  Haus Nr. 912, Wohnpartei 7 am Franziskaner Platz nachweisen.

Leider ist von Bellonci keine weitere Nachricht nach 1823 vorhanden, ebenso kein Bild dieses Hornisten.

In der Robert Ostermeyer Musikedition wurde verlegt:

Eine CD-Aufnahme der Sonate von Bellonci /Leidesdorf gespielt auf dem Naturhorn von Anneke Scott kann man hier bestellen:

 

 

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