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1815 - Neue Erfindung (über das Ventilhorn)

Der Komponist und Breslauer Kapellmeister Gottlob Benedict Bierey (1772 - 1840) schrieb in der All. Musikalischen Zeitung 1815 einen kurzen Artikel über die neue Erfindung der Ventile


Neue Erfindung.

Der Kammermusicus, Heinrich Stölzel, aus Pless in Oberschlesien , hat, zur Vervollkommnung des Waldhorns, einen einfachen Mechanismus an demselben anzubringen gewusst, nach welchem er alle Töne der chromatischen Scala, in einem Umfange von beynahe drey Octaven, wohlklingend, rein und stark erhalten hat. Alle unnatürlichen Töne — welche bekanntlich bisher durch Stopfen des Schallstücks mit der rechten Hand hervorgebracht wurden, und jetzt blos durch zwey Hebel, mit zwey Fingern der rechten Hand dirigirt, hervorgebracht werden — sind den natürlichen Tönen vollkommen ähnlich, und behalten den Charakter des Waldhorns. Ein jeder Waldhornist wird bey einiger Uebung im Stande seyn, darauf zu blasen. Hr. Stölzel hat zu weiterer Anwendung und Verbreitung seine Erfindung Sr. königl. Majestät von Preussen zu Füssen gelegt, und erwartet nun ein gnädiges Resultat. ,

Ich habe mich von diesem Mechanismus und seiner Brauchbarkeit überzeugt, und bekenne, nach meiner Einsicht und der Wahrheit gemäss, dass die Anwendung desselben dem Waldhorn eine bis jetzt noch nicht erreichte Vollkommenheit giebt und dadurch bey vollstimmiger Musik eine noch nicht gekannte Wirkung hervorgeht.

Ob ich gleich diese Erfindung bis jetzt nur an dem Waldhorn angebracht gehört habe: so glaube ich doch überzeugt seyn zu dürfen, dass sie, in ihrer Einfachheit, auch an Trompeten und Signalhörnern, und mit ähnlichem Erfolg, anzubringen sey. Welch ein neues Reich an schönen Effecten eröffnete sich hierdurch den Componisten.

Breslau. G. B. Bierey.